Ratgeber · von Christian Stockmeier · 10 Minuten · geprüft am 26. August 2026
Welche Seiten braucht eine Website? Der Aufbau für kleine Betriebe
Die meisten Websites haben zu viele Seiten und zu wenig Inhalt. Dieser Überblick zeigt, welche Seiten ein kleiner Betrieb wirklich braucht, was auf jede davon gehört – und welche man sich sparen kann.
Kurz gesagt
Eine Website für Selbstständige und kleine Betriebe braucht mindestens fünf Bereiche: Startseite, Leistungen, Über mich oder Über uns, Kontakt sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Impressum und Datenschutzerklärung sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und müssen von jeder Seite aus mit maximal zwei Klicks erreichbar sein. Alles Weitere – Referenzen, Preise, Ratgeber – ist sinnvoll, aber optional.
5 Bereiche
mehr braucht kaum ein Betrieb
Die fünf Bereiche, die jede Website braucht
Mehr Seiten bedeuten nicht mehr Anfragen. Diese fünf decken den Bedarf der meisten Betriebe ab.
- Startseite: Was bietest du an, für wen, in welchem Gebiet – innerhalb weniger Sekunden erfassbar.
- Leistungen: Was genau umfasst das Angebot, idealerweise mit Preisrahmen. Wer Preise verschweigt, verliert Anfragen an Anbieter, die sie nennen.
- Über mich: Bei Dienstleistungen der wichtigste Vertrauensbaustein. Ein echtes Foto wirkt stärker als jede Formulierung.
- Kontakt: Mindestens zwei Wege, davon einer sofort nutzbar – Telefon oder Nachricht.
- Impressum und Datenschutzerklärung: gesetzlich verpflichtend, nicht verhandelbar.
Was auf die Startseite gehört
Die Startseite hat eine Aufgabe: den Besucher innerhalb weniger Sekunden erkennen lassen, ob er richtig ist.
Ganz oben gehört deshalb eine Aussage, die Leistung, Zielgruppe und Gebiet verbindet – nicht ein Begrüßungssatz. „Willkommen auf unserer Website" sagt nichts.
Darunter folgen in dieser Reihenfolge: die Hauptaktion (anrufen, anfragen, Termin buchen), ein Vertrauenssignal wie Bewertungen oder Referenzen, eine kurze Leistungsübersicht mit Verweis auf die Detailseite und die wichtigsten Fragen, die Interessenten typischerweise stellen.
Pflichtangaben in Deutschland
Zwei Seiten sind gesetzlich vorgeschrieben, und Verstöße werden regelmäßig abgemahnt.
Das **Impressum** nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz braucht Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit und je nach Rechtsform weitere Angaben wie Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Registereintrag. Ein Postfach genügt nicht, es muss eine ladungsfähige Anschrift sein.
Die **Datenschutzerklärung** nach DSGVO muss beschreiben, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden. Dazu zählen auch Dinge, die man leicht übersieht: der Hoster, eingebundene Schriftarten, Statistikwerkzeuge, Kontaktformulare und Karten-Einbindungen.
Beide Seiten müssen von jeder Unterseite aus leicht erreichbar sein, üblicherweise über den Fußbereich. Für die Inhalte gilt: Das ist ein Fall für rechtliche Beratung oder einen geprüften Generator, nicht für selbst formulierte Texte.
Was optional ist – und wann es sich lohnt
Diese Bereiche bringen Nutzen, aber nur unter bestimmten Bedingungen.
- Referenzen: sinnvoll, sobald echte Projekte vorzeigbar sind. Erfundene oder als Referenz ausgegebene Testprojekte schaden mehr, als sie nützen.
- Preise: nennen, wenn ein Rahmen angebbar ist. Transparenz filtert unpassende Anfragen vor und spart beiden Seiten Zeit.
- Ratgeber oder Blog: lohnt nur mit echtem Wissensvorsprung und der Bereitschaft, regelmäßig zu schreiben. Drei Beiträge aus 2021 wirken schlechter als gar keiner.
- Team-Seite: erst ab mehreren Personen sinnvoll. Bei Einzelunternehmen reicht "Über mich".
Was fast immer überflüssig ist
Einige Elemente stammen aus einer Zeit, in der Websites anders genutzt wurden.
Eine reine Begrüßungsseite vor der eigentlichen Startseite kostet einen Klick und bringt nichts. Eine „Aktuelles"-Rubrik, deren letzter Eintrag Jahre alt ist, schadet dem Eindruck mehr, als sie nützt. Und Bildergalerien ohne Bezug zur Leistung verlängern nur die Ladezeit.
Als Faustregel: Jede Seite, die du nicht mindestens einmal jährlich aktualisierst, gehört überprüft – oder gelöscht.
Was rechtlich hingehört – und was passiert, wenn es fehlt
Drei Dinge sind bei einer geschäftlich genutzten Seite in Deutschland nicht optional. Ein Impressum mit Namen, Anschrift, Kontakt und je nach Rechtsform weiteren Angaben. Eine Datenschutzerklärung, die benennt, welche Daten erhoben werden und wer sie bekommt – auch der Anbieter deines Kontaktformulars und der Dienst, der die Mails verschickt, gehören dort hinein. Und, falls du an Verbraucher verkaufst, AGB samt Widerrufsbelehrung.
Beide ersten Punkte müssen von jeder Unterseite aus mit einem Klick erreichbar sein, nicht versteckt. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum ist der klassische Abmahngrund, weil er sich von außen in Sekunden prüfen lässt.
Ein ehrlicher Hinweis dazu: Rechtstexte sind Rechtsberatung. Ein Gestalter darf sie einbauen und darauf achten, dass sie erreichbar sind – erstellen und prüfen sollte sie jemand, der dafür haftet. Vorlagen aus dem Netz passen selten genau und veralten still.
Die Angaben, nach denen wirklich gesucht wird
Unabhängig von der Branche fragen Besucher fast immer dasselbe ab, und zwar in dieser Reihenfolge: Was machst du genau, für wen, in welchem Gebiet, was kostet es ungefähr, und wie erreiche ich dich.
Die Preisfrage wird am häufigsten ausgelassen und am häufigsten gesucht. Du musst keine Endpreise nennen, aber eine Größenordnung. Eine Seite ohne jede Zahl zwingt den Besucher, zum Wettbewerber zu gehen, der eine nennt – und der bekommt die Anfrage.
Bei der Erreichbarkeit gilt: Die Telefonnummer gehört sichtbar auf die Seite, nicht nur ins Impressum, und sie muss am Handy antippbar sein. Eine Nummer, die man abschreiben muss, wird seltener gewählt. Dazu Öffnungszeiten, falls es welche gibt, und die Anschrift – auch wenn es kein Ladenlokal gibt, ist eine Ortsangabe ein Vertrauenssignal.
Was eine gute Leistungsseite ausmacht
Eine Übersicht aller Leistungen auf einer einzigen Seite ist bequem zu bauen und schwach in der Wirkung. Wer nach einer bestimmten Leistung sucht, landet auf einer Seite, die zu neunzig Prozent von etwas anderem handelt.
Besser ist je Kernleistung eine eigene Seite mit eigener Adresse. Sie kann dann genau die Fragen beantworten, die zu dieser Leistung gehören: Ablauf, Dauer, Preisrahmen, häufige Fragen, Beispiele aus der eigenen Arbeit.
Zwei Bausteine unterschätzen viele. Erstens echte Arbeitsbeispiele mit Namen – nachprüfbar schlägt schön. Zweitens ein Bereich mit den Fragen, die am Telefon ohnehin ständig kommen. Beides spart dir Rückfragen und beantwortet genau das, wonach gesucht wird.
Und ein Punkt, der nichts kostet: ein Gesicht. Bei kleinen Betrieben ist die Person hinter dem Betrieb das stärkste Vertrauenssignal, das es gibt – und sie steht erstaunlich oft nur auf einer Unterseite, die kaum jemand aufruft.
Häufige Fragen
Welche Seiten sind auf einer Website gesetzlich vorgeschrieben?
In Deutschland sind ein Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz und eine Datenschutzerklärung nach DSGVO verpflichtend. Beide müssen von jeder Unterseite aus leicht erreichbar sein, üblicherweise über den Fußbereich.
Sollte ich Preise auf meiner Website nennen?
Wenn sich ein Rahmen angeben lässt, ja. Preisangaben filtern unpassende Anfragen vor und schaffen Vertrauen. Bei stark individuellen Leistungen genügt ein Startpreis oder eine Spanne mit dem Hinweis, wovon der Endpreis abhängt.
Wie viele Unterseiten braucht eine Website?
Für die meisten Selbstständigen und kleinen Betriebe reichen fünf bis acht Seiten. Mehr Seiten führen selten zu mehr Anfragen, erhöhen aber den Pflegeaufwand und die Gefahr veralteter Inhalte.
Welche Rechtstexte braucht eine geschäftliche Website?
Impressum und Datenschutzerklärung, beide von jeder Unterseite aus mit einem Klick erreichbar. Bei Verkauf an Verbraucher kommen AGB und Widerrufsbelehrung dazu. Erstellen und prüfen sollte sie jemand, der dafür haftet.
Muss ich Preise auf der Website nennen?
Endpreise nicht, eine Größenordnung schon. Die Preisfrage wird am häufigsten gesucht und am häufigsten ausgelassen. Wer gar keine Zahl nennt, schickt den Besucher zum Wettbewerber, der eine nennt.
Eine Leistungsseite oder mehrere?
Je Kernleistung eine eigene Seite mit eigener Adresse. Eine Sammelseite zwingt jeden Suchenden, sich durch neunzig Prozent Inhalte zu arbeiten, die ihn nicht betreffen.
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