Ratgeber · von Christian Stockmeier · 10 Minuten · geprüft am 26. August 2026
Was kostet eine Website? Preise und Kostenfallen im Überblick
Die Spanne reicht von 0 € beim Baukasten bis zu fünfstelligen Agenturprojekten. Dieser Überblick ordnet ein, was hinter den Preisen steckt, welche Kosten laufend anfallen und woran sich unseriöse Angebote erkennen lassen.
Kurz gesagt
Eine professionelle Website kostet in Deutschland je nach Umfang zwischen 300 € und 10.000 € einmalig. Für Selbstständige und kleine Betriebe liegt der übliche Rahmen bei 800 € bis 3.000 € für eine Website mit fünf bis zehn Unterseiten. Abo-Modelle verteilen diese Summe auf 50 € bis 300 € monatlich und enthalten Hosting, Wartung und Änderungen. Hinzu kommen laufende Kosten von etwa 5 € bis 30 € monatlich für Domain und Hosting, sofern sie nicht im Paket enthalten sind.
300–10.000 €
je nach Umfang, einmalig
Die vier Preisklassen und was dahintersteckt
Website-Angebote lassen sich grob in vier Klassen einteilen. Der Preisunterschied erklärt sich fast immer durch drei Faktoren: wie viel individuelle Arbeit einfließt, wer die Texte schreibt und wer sich später um die Seite kümmert.
- Baukasten in Eigenarbeit (0–20 € monatlich): Wix, Jimdo oder Squarespace. Die Software kostet wenig, die Arbeit machst du selbst. Realistisch sind 20 bis 60 Stunden für ein brauchbares Ergebnis.
- Nebenberuflicher Anbieter (300–1.500 €): Oft eine angepasste Vorlage. Funktioniert, wenn die Erwartung dazu passt. Kritisch wird es bei der Frage, wer die Seite in zwei Jahren betreut.
- Spezialisierter Einzelanbieter (800–4.000 €): Individuelles Design, eigene Texte, technische Grundoptimierung. Kein Agentur-Overhead, dafür Abhängigkeit von einer Person.
- Agentur (5.000–30.000 €): Mehrere Beteiligte, Projektleitung, oft Fotoproduktion und Strategiephase. Für kleine Betriebe meist überdimensioniert.
Laufende Kosten, die im Angebot oft fehlen
Der Angebotspreis ist selten der Gesamtpreis. Vier Posten fallen dauerhaft an und werden bei Einmalzahlungs-Angeboten häufig nicht genannt.
- Domain: 10–20 € pro Jahr für eine .de-Adresse.
- Hosting: 5–30 € monatlich, abhängig von Leistung und Anbieter.
- Updates und Sicherheit: Bei WordPress zwingend erforderlich. Wer das nicht selbst macht, zahlt 20–80 € monatlich für Wartung.
- Änderungen: Neue Öffnungszeiten, ein weiteres Angebot, ausgetauschte Fotos. Nach Stundensatz oft 80–120 € pro Stunde.
Warum Abo-Modelle für kleine Betriebe oft besser passen
Bei einer Einmalzahlung trägst du das gesamte Risiko im Voraus: Du zahlst vierstellig, bevor du weißt, ob die Seite Anfragen bringt. Danach steht sie meist unverändert, weil jede Änderung neu kostet.
Ein Abo verteilt die Kosten und koppelt die Betreuung daran. Der praktische Unterschied zeigt sich nach zwei Jahren: Eine betreute Seite ist dann aktuell, eine einmalig gekaufte Seite trägt oft noch die Öffnungszeiten von vorgestern.
Wichtig ist die Frage nach dem Eigentum. Seriöse Abo-Anbieter übergeben Domain und Inhalte, wenn du kündigst. Wo das nicht zugesagt wird, ist Vorsicht angebracht.
Woran unseriöse Angebote erkennbar sind
Drei Muster tauchen immer wieder auf und sind zuverlässige Warnzeichen.
- Langfristige Knebelverträge: 36 oder 48 Monate Mindestlaufzeit ohne Ausstiegsmöglichkeit. Marktüblich sind 12 Monate oder monatliche Kündbarkeit.
- Domain läuft auf den Anbieter: Wer die Domain hält, hält deine Sichtbarkeit. Sie gehört auf deinen Namen.
- Garantierte Google-Platzierungen: Niemand kann Positionen garantieren, weil niemand außer Google die Rangfolge bestimmt. Wer es verspricht, verkauft eine Behauptung.
Was die Preisspanne praktisch bedeutet
Für einen Handwerksbetrieb, der Anfragen aus der Region will, ist eine Seite mit fünf Unterseiten, klaren Leistungen und funktionierendem Kontaktweg ausreichend. Das liegt im Bereich 800 bis 2.000 € einmalig oder 100 bis 300 € monatlich.
Teurer wird es begründet bei mehrsprachigen Seiten, Online-Terminbuchung mit Kalenderanbindung, Shop-Funktionen oder aufwendiger Fotoproduktion. Ohne solche Anforderungen ist ein fünfstelliges Angebot für einen kleinen Betrieb schwer zu rechtfertigen.
Warum zwei Angebote für dieselbe Seite weit auseinanderliegen
Wer drei Angebote einholt, bekommt oft Zahlen, die um den Faktor fünf auseinanderliegen. Das liegt selten an der Gier des einen oder der Großzügigkeit des anderen, sondern daran, dass unterschiedliche Dinge im Preis stecken.
Frage bei jedem Angebot dieselben fünf Punkte ab: Wer schreibt die Texte? Wer besorgt die Bilder und wer klärt die Nutzungsrechte? Ist die Domain enthalten oder läuft sie auf deinen Namen extra? Wer zahlt das Hosting nach dem ersten Jahr? Und wie viele Korrekturrunden sind eingeschlossen?
Besonders die Texte werden unterschätzt. Sie sind bei fast jedem Projekt der Punkt, an dem es hakt – nicht die Technik. Ein Angebot, das Texte ausklammert, ist nicht günstiger, es verschiebt die Arbeit nur zu dir.
Einmalig oder monatlich: eine Rechnung, keine Meinung
Beide Modelle sind legitim, sie passen nur zu unterschiedlichen Lagen. Einmalzahlung heißt: hoher Betrag am Anfang, danach trägst du Hosting, Aktualisierungen und Änderungen selbst. Abo heißt: kleiner Betrag im Monat, dafür bleiben Pflege und Ansprechpartner dabei.
Rechne es für deinen Fall aus. Bei einem Abo ab 49 Euro im Monat und einer Einmalzahlung ab 299 Euro ist der Kipppunkt rechnerisch nach etwa sechs Monaten erreicht – wenn man nur den Preis vergleicht. Das ist aber der falsche Vergleich, weil im Abo Hosting, Aktualisierungen und Änderungen enthalten sind, die bei der Einmalzahlung noch dazukommen.
Die ehrliche Faustregel: Wenn sich an deiner Seite nie etwas ändert und du technisch selbst zurechtkommst, ist die Einmalzahlung günstiger. Wenn du weder Zeit noch Lust auf Technik hast und die Seite mitwachsen soll, ist das Abo billiger als die Summe der Einzelrechnungen.
Achte in jedem Fall darauf, dass die Domain auf deinen Namen läuft. Sie ist der Teil, den du im Streitfall behältst.
Was den Preis wirklich treibt
Nicht die Zahl der Seiten treibt den Preis, sondern die Zahl der Entscheidungen. Eine Seite mit acht Leistungsbereichen, vollständiger Preisliste und Terminbuchung ist mehr Arbeit als fünf Seiten mit je drei Absätzen.
Teurer wird es außerdem durch alles, was mit fremden Systemen sprechen muss: Buchungswerkzeuge, Warenkörbe, Kundenkonten, Anbindungen an Kassensysteme. Und durch alles, was rechtlich geprüft werden muss – bei Verkauf an Verbraucher gehören Widerrufsbelehrung und AGB dazu, und die gehören einem Anwalt vorgelegt, nicht einem Gestalter.
Günstiger wird es, wenn du Texte und Bilder vorbereitet lieferst, wenn Öffnungszeiten, Leistungen und Preise feststehen, und wenn du eine Person benennst, die entscheidet. Projekte werden fast nie durch Technik teuer, sondern durch Warteschleifen.
Häufige Fragen
Was kostet eine einfache Website für Selbstständige?
Eine einfache Website mit Startseite, Leistungen, Über-mich und Kontakt liegt bei Einzelanbietern üblicherweise zwischen 300 € und 1.500 € einmalig. Im Abo entspricht das etwa 50 € bis 150 € monatlich inklusive Hosting und Wartung.
Sind laufende Kosten bei einer Website unvermeidbar?
Domain und Hosting fallen immer an, zusammen etwa 5 € bis 30 € monatlich. Vermeidbar sind Wartungskosten nur, wenn du Updates selbst übernimmst oder eine Technik nutzt, die keine laufenden Sicherheitsupdates benötigt.
Lohnt sich ein Website-Baukasten?
Ein Baukasten lohnt sich, wenn du Zeit statt Geld investieren willst und mit einem Vorlagen-Design zufrieden bist. Rechne mit 20 bis 60 Stunden Einarbeitung. Wer diese Zeit nicht hat oder einen eigenständigen Auftritt braucht, fährt mit einem Anbieter günstiger, sobald der eigene Stundensatz eingerechnet wird.
Ab wann lohnt sich ein Abo gegenüber der Einmalzahlung?
Rein rechnerisch liegt der Kipppunkt bei 49 Euro im Monat gegenüber 299 Euro einmalig nach rund sechs Monaten. Der Vergleich hinkt aber, weil im Abo Hosting, Aktualisierungen und Änderungen enthalten sind, die bei der Einmalzahlung zusätzlich anfallen.
Was ist der häufigste versteckte Kostenpunkt?
Die Texte. Angebote, die das Schreiben ausklammern, sind nicht günstiger – sie verschieben die Arbeit zu dir. Frage vor der Zusage ausdrücklich, wer schreibt.
Muss die Domain auf meinen Namen laufen?
Ja, darauf solltest du bestehen. Die Domain ist der Teil, den du behältst, falls die Zusammenarbeit endet. Lass dir bestätigen, dass du als Inhaber eingetragen bist.
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