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Ratgeber · von · 11 Minuten · geprüft am 26. August 2026

WordPress-Alternativen: die vier Wege und was sie wirklich kosten

Wer sich gegen WordPress entschieden hat, steht vor der nächsten Frage: was stattdessen. Dieser Überblick sortiert die vier Wege, die tatsächlich infrage kommen, und nennt bei jedem den Preis, der nicht auf der Angebotsseite steht. Ob WordPress für dich überhaupt das Falsche ist, klärt der Beitrag zu den Nachteilen von WordPress.

Kurz gesagt

Als Alternative zu WordPress kommen vier Wege infrage: Baukästen wie Wix oder Jimdo, gestalternahe Werkzeuge wie Webflow oder Framer, handgebaute statische Seiten und ein Headless-CMS mit eigenem Frontend. Für die meisten kleinen Betriebe entscheidet nicht die Technik, sondern die Frage, wie oft die Seite später ohne fremde Hilfe geändert werden muss.

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Wege, die ernsthaft infrage kommen

Die vier Wege ohne WordPress

Die Auswahl wirkt größer, als sie ist. Praktisch landet man bei vier Ansätzen, die sich weniger in dem unterscheiden, was am Ende zu sehen ist, als darin, wer die Seite später ändern kann und was das monatlich kostet.

  • Baukasten (Wix, Jimdo, Squarespace, IONOS): alles aus einer Hand, sofort startklar, monatliche Gebühr. Du änderst alles selbst, bist aber an den Anbieter gebunden – die Seite lässt sich nicht mitnehmen.
  • Werkzeuge für Gestalter (Webflow, Framer): deutlich mehr gestalterische Freiheit als der Baukasten, dafür Einarbeitung. Auch hier läuft alles auf den Servern des Anbieters, auch hier eine monatliche Gebühr.
  • Handgebaut, statisch ausgeliefert: schnellste Ladezeiten, keine Datenbank, keine Sicherheitsupdates, kein Anbieter dazwischen. Änderungen macht in der Regel derjenige, der sie gebaut hat – oder ein kleiner Redaktionsbereich, der genau dafür eingebaut wird.
  • Headless-CMS mit eigenem Frontend: Inhalte in einem Redaktionssystem, Darstellung getrennt davon. Sinnvoll ab vielen Seiten oder mehreren Redakteuren, für einen Fünf-Seiten-Auftritt überdimensioniert.

Die Kosten, die nicht auf der Angebotsseite stehen

Bei WordPress ist der Preis die Arbeit: Updates, Plugin-Pflege, gelegentlich ein Konflikt zwischen zwei Erweiterungen. Bei den Alternativen ist der Preis meist eine monatliche Gebühr, und die hat zwei Eigenschaften, die beim Vergleich gern untergehen.

Erstens steigt sie. Alle genannten Anbieter haben ihre Preise in den vergangenen Jahren angehoben, und du hast dabei keine Wahl außer bleiben oder umziehen. Zweitens ist sie an die Existenz der Seite gekoppelt: Wer aufhört zu zahlen, hat nicht eine Seite ohne Support, sondern keine Seite mehr. Bei einer handgebauten Seite liegen die Dateien bei dir; das Hosting kostet wenige Euro und ist austauschbar.

Rechne deshalb nicht in Monatsbeträgen, sondern über fünf Jahre. Ein Baukasten für 25 € im Monat kostet in dieser Zeit rund 1.500 € – ungefähr das, was eine individuell gebaute Seite einmalig kostet, nur dass danach nichts mehr kommt.

Woran ein Umzug wirklich hängt

Der Umbau selbst ist selten das Problem. Teuer wird, was daran hängt: die alten Adressen, die E-Mail-Postfächer und die Inhalte, die in Wahrheit niemand mehr kennt.

Am wichtigsten sind die Adressen. Jede Seite, die es bisher gab, braucht eine dauerhafte Weiterleitung auf ihre Entsprechung im neuen Auftritt. Ohne diese Weiterleitungen verlierst du alles, was Google bisher über die alte Adresse gelernt hat, und Besucher landen auf einer Fehlerseite.

Und selbst mit korrekten Weiterleitungen dauert es. Ich habe im August 2026 diese Website auf eine neue Domain umgezogen, mit sauberen Weiterleitungen von Tag eins. Vier Tage später führte Google für drei Artikel immer noch die alte Adresse als die maßgebliche – schlicht, weil sie zuletzt vor dem Umzug abgerufen worden waren. Das löst sich von selbst, aber es zeigt: Wer einen Umzug plant, plant Wochen ein, nicht Tage, und macht ihn nicht kurz vor der Hauptsaison.

Wann du gar nicht wechseln solltest

Es gibt drei Fälle, in denen ein Wechsel kein Geld wert ist. Wenn deine Seite läuft, gepflegt wird und Anfragen bringt, ist WordPress kein Problem, das gelöst werden muss. Wenn du regelmäßig selbst schreibst und dich im Redaktionsbereich auskennst, verlierst du beim Wechsel Vertrautheit, die schwer aufzuwiegen ist. Und wenn dein Betrieb auf einer speziellen Erweiterung aufsetzt – Buchungssystem, Mitgliederbereich, Shop mit eigenen Regeln – ist der Nachbau oft teurer als das, was er einspart.

Der häufigste echte Anlass ist ein anderer: Die Seite wurde vor Jahren gebaut, seither hat niemand ein Update eingespielt, und jetzt traut sich keiner mehr ran. Dann geht es nicht um WordPress gegen etwas anderes, sondern darum, dass niemand zuständig war.

Bevor du wechselst, lohnt eine ehrliche Zwischenfrage: Ist die Technik das Problem, oder findet dich einfach niemand? Das sind zwei völlig verschiedene Baustellen, und die zweite löst kein Systemwechsel.

Was beim Wechsel mitgenommen werden muss

Ein Wechsel scheitert selten am neuen System, sondern an dem, was beim alten liegen bleibt. Drei Dinge müssen mit, sonst kostet der Umstieg Sichtbarkeit.

Erstens die Adressen. Jede Unterseite, die bei Google bekannt ist, hat eine Adresse. Verschwindet sie ersatzlos, verschwindet auch ihre Position. Lege vor dem Wechsel eine Liste aller bestehenden Adressen an und richte für jede eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue Entsprechung ein – einen Sprung, keine Kette über mehrere Stationen.

Zweitens die Inhalte, die tatsächlich Besucher bringen. Das lässt sich nicht schätzen, das steht in der Search Console. Seiten, die niemand aufruft, muss man nicht mitschleppen.

Drittens die Domain und der Zugriff darauf. Prüfe vor dem Wechsel, dass du selbst als Inhaber eingetragen bist. Wer die Domain nicht kontrolliert, kann nicht wechseln – egal wie gut das neue System ist.

Woran man einen Baukasten-Auftritt später erkennt

Baukästen sind ein legitimer Weg, gerade für den Anfang. Zwei Dinge sollte man vorher wissen, weil sie später schwer zu ändern sind.

Das erste ist die Ausstiegsfrage. Bei den meisten Baukästen bekommst du deine Inhalte heraus, aber nicht die Seite. Layout, Einstellungen und Feinheiten bleiben im System. Ein Wechsel bedeutet Neubau, nicht Umzug. Kläre vorher, in welcher Form du deine Inhalte exportieren kannst.

Das zweite ist das Gewicht. Baukästen liefern viele Bausteine mit, die deine Seite nicht braucht. Auf dem Telefon zeigt sich das als Ladezeit. Prüfbar ist es vorher: Suche dir eine bestehende Seite, die mit demselben Baukasten gebaut wurde, und miss sie mit PageSpeed Insights. Was dort steht, bekommst du ungefähr auch.

Die nüchterne Entscheidungshilfe

Statt Systemnamen gegeneinander zu stellen, hilft eine kürzere Liste von Fragen. Wie oft ändern sich deine Inhalte wirklich – wöchentlich, monatlich, jährlich? Willst du selbst tippen oder soll jemand anders ändern? Verkaufst du etwas direkt über die Seite? Und was passiert, wenn die Person, die es gebaut hat, morgen nicht mehr erreichbar ist?

Die letzte Frage ist die wichtigste und wird am seltensten gestellt. Sie entscheidet mehr über die nächsten fünf Jahre als jede Funktionsliste.

Und unabhängig vom System gilt: Die Seite muss auf dem Telefon schnell sein, das Kontaktformular muss nachweislich ankommen, und die Domain muss dir gehören. Wer das erfüllt, hat mit fast jedem System eine gute Seite. Wer es nicht erfüllt, hat mit keinem eine.

Häufige Fragen

Kann ich meine Inhalte aus WordPress mitnehmen?

Texte und Bilder ja, die lassen sich exportieren oder notfalls abschreiben. Was nicht mitkommt, sind Layout, Plugin-Funktionen und alles, was ein Seitenbaukasten wie Elementor intern speichert. Rechne damit, dass die Inhalte übernommen und neu aufgebaut werden, nicht kopiert.

Verliere ich beim Wechsel meine Platzierungen bei Google?

Wenn jede alte Adresse dauerhaft auf ihre neue weitergeleitet wird, überträgt Google das Gelernte in aller Regel. Garantieren kann das niemand, und es dauert Wochen, nicht Tage. Ohne Weiterleitungen verlierst du es dagegen ziemlich sicher.

Was ist mit Plugins, auf die ich angewiesen bin?

Die sind der ehrlichste Prüfstein. Schreib vor jeder Entscheidung auf, welche Erweiterungen du tatsächlich benutzt, und lass dir zeigen, wie das im neuen System aussieht. Bei Kontaktformular, Terminanfrage oder Newsletter ist das unkritisch. Bei Shop, Buchung oder Mitgliederbereich kann die Antwort lauten, dass ein Wechsel sich nicht lohnt.

Muss ich bei einer handgebauten Seite für jede Änderung jemanden fragen?

Nur wenn es so gebaut wurde. Öffnungszeiten, Preise, Texte und Bilder lassen sich in einen kleinen Redaktionsbereich legen, den du selbst bedienst. Sag das vorher – nachträglich einzubauen ist aufwendiger, als es von Anfang an vorzusehen.

Was muss ich beim Wechsel unbedingt sichern?

Die bestehenden Adressen. Lege vor dem Umstieg eine Liste aller bei Google bekannten Adressen an und richte für jede eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue Entsprechung ein – ein Sprung, keine Kette.

Komme ich aus einem Baukasten wieder heraus?

Deine Inhalte in der Regel ja, die Seite selbst nicht. Layout und Einstellungen bleiben im System, ein Wechsel bedeutet Neubau. Kläre vor dem Start, in welcher Form du exportieren kannst.

Wie schätze ich die Ladezeit eines Baukastens vorher ein?

Suche eine bestehende Seite, die mit demselben Baukasten gebaut wurde, und miss sie mit PageSpeed Insights. Das Ergebnis ist ein guter Anhaltspunkt für das, was du selbst bekommst.

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