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Ratgeber · von · 10 Minuten · geprüft am 26. August 2026

Website-Relaunch: Wann er sich lohnt und was er kostet

Eine veraltete Website kostet Anfragen, ohne dass es auffällt. Dieser Überblick zeigt, woran der richtige Zeitpunkt erkennbar ist und worauf beim Wechsel zu achten ist.

Kurz gesagt

Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn die Seite auf dem Handy schlecht bedienbar ist, seit Jahren niemand mehr Inhalte gepflegt hat, das Kontaktformular nicht zuverlässig funktioniert oder die Technik keine Sicherheitsupdates mehr erhält. Die Kosten liegen für kleine Betriebe üblicherweise zwischen 800 € und 3.000 € einmalig oder 100 € bis 300 € monatlich im Abo. Entscheidend beim Wechsel ist, dass bestehende Adressen per Weiterleitung erhalten bleiben – sonst gehen aufgebaute Google-Platzierungen verloren.

800–3.000 €

Relaunch für kleine Betriebe

Sechs Anzeichen, dass ein Relaunch fällig ist

Nicht jede ältere Website muss ersetzt werden. Diese Punkte sprechen aber deutlich dafür.

  • Die Seite ist auf dem Handy schwer bedienbar. Über die Hälfte der Besucher kommt mobil – wer dort scheitert, ist weg.
  • Der letzte inhaltliche Stand ist Jahre alt: veraltete Öffnungszeiten, nicht mehr angebotene Leistungen, alte Preise.
  • Das Kontaktformular funktioniert nicht oder wird nicht überwacht. Das ist der teuerste Fehler, weil Anfragen unbemerkt verschwinden.
  • Die Ladezeit liegt spürbar über zwei bis drei Sekunden.
  • Die zugrundeliegende Technik erhält keine Sicherheitsupdates mehr – bei alten WordPress-Installationen ein häufiger Fall.
  • Niemand im Betrieb kann Inhalte selbst ändern, weil die Zugangsdaten oder das Wissen fehlen.

Ein Fall aus der Praxis

Beim Biergarten Schlossallee Haag lief eine WordPress-Seite, die noch vom Vorbesitzer stammte. Sie wurde seit Jahren nicht mehr gepflegt, und das Kontaktformular funktionierte nicht – Anfragen kamen also gar nicht erst an.

Das ist typisch: Eine nicht betreute Seite fällt selten mit einem Knall aus. Sie hört einfach leise auf zu funktionieren, und weil keine Beschwerden eingehen, merkt es niemand. Wer wissen will, ob die eigene Seite betroffen ist, sollte einmal im Quartal selbst eine Testanfrage über das eigene Formular schicken.

Der wichtigste technische Punkt: Weiterleitungen

Wenn sich beim Relaunch Adressen ändern – aus /leistungen/webdesign wird zum Beispiel /webdesign –, muss die alte Adresse per 301-Weiterleitung auf die neue zeigen.

Ohne diese Weiterleitungen passiert Folgendes: Google findet die alten Adressen nicht mehr, wirft sie aus dem Index, und die neuen Seiten starten bei null. Aufgebaute Platzierungen sind dann weg, und der Wiederaufbau dauert Monate.

Frage vor der Beauftragung konkret nach, wie mit bestehenden Adressen umgegangen wird. Wer darauf keine klare Antwort gibt, hat die Frage nicht bedacht.

Was ein Relaunch kostet

Die Preisspanne entspricht weitgehend der einer neuen Website, weil der Aufwand ähnlich ist. Ein bestehender Auftritt spart selten Arbeit – oft kostet die Übernahme alter Inhalte sogar zusätzliche Zeit.

Für einen kleinen Betrieb mit fünf bis zehn Unterseiten sind 800 € bis 3.000 € einmalig realistisch, im Abo 100 € bis 300 € monatlich inklusive laufender Pflege.

Günstiger wird es, wenn Texte und Bilder aus dem alten Auftritt weiterverwendet werden können. Teurer, wenn Inhalte neu geschrieben und Fotos neu erstellt werden müssen – was bei einer wirklich veralteten Seite meist der Fall ist.

Wann sich ein Relaunch nicht lohnt

Es gibt Fälle, in denen die bestehende Seite besser bleibt, wie sie ist.

Wenn die Seite mobil funktioniert, aktuell ist und Anfragen bringt, ist ein Relaunch aus reinen Geschmacksgründen selten wirtschaftlich. Dann sind einzelne Verbesserungen sinnvoller als ein kompletter Neubau.

Auch wenn das Geschäft ausschließlich über Empfehlung läuft und die Website nur als Visitenkarte dient, reicht oft eine Auffrischung der Inhalte statt einer Neuentwicklung.

Die Gründe, die wirklich zählen – und die, die nur Geschmack sind

Ein Neubau lohnt sich, wenn die Seite etwas nicht kann, das sie können muss. Er lohnt sich nicht, weil sie einem selbst nicht mehr gefällt. Zwischen diesen beiden Sätzen liegt viel Geld.

Harte Gründe: Die Seite ist auf dem Telefon nicht bedienbar. Das Kontaktformular funktioniert nicht. Das System bekommt keine Aktualisierungen mehr und ist damit ein Sicherheitsrisiko. Rechtstexte fehlen oder sind veraltet. Der Betrieb macht heute etwas anderes als beim Bau der Seite. Niemand kommt mehr an die Inhalte heran, weil das System oder der Dienstleister weg ist.

Weiche Gründe: Das Design wirkt nicht mehr zeitgemäß. Ein Wettbewerber hat etwas Neues. Man hat sich sattgesehen. Diese Gründe sind nicht wertlos – ein Auftritt, für den man sich geniert, kostet Aufträge. Aber sie rechtfertigen selten allein einen kompletten Neubau; oft reicht eine Überarbeitung.

Ein Fall aus der Praxis dazu: Bei einem Traditionsbetrieb lief eine geerbte Seite, deren Kontaktformular seit Langem nicht mehr sendete – ohne dass es jemandem aufgefallen war. Das ist ein harter Grund. Wie die Seite aussah, war dabei nebensächlich.

Was ein Neubau kosten kann, wenn man es falsch macht

Der teuerste Fehler beim Neubau ist der Verlust von Sichtbarkeit. Jede Unterseite, die bei Google bekannt ist, hat eine Adresse und eine Position. Verschwindet die Adresse ersatzlos, ist beides weg – und es kommt nicht von selbst zurück.

Deshalb gehört an den Anfang jedes Neubaus eine Liste aller bestehenden Adressen. Für jede muss es eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue Entsprechung geben, und zwar mit einem einzigen Sprung. Ketten über mehrere Stationen kosten Zeit und verwässern das Signal.

Der zweite teure Fehler ist der Verlust von Inhalten, die funktionierten. Bevor etwas gelöscht wird, gehört ein Blick in die Search Console: Welche Seiten bringen tatsächlich Besucher? Diese Inhalte werden übernommen, nicht neu erfunden.

Der dritte: Zugänge, die niemand mehr hat. Domain, Hosting, Unternehmensprofil, Mailadressen – klär das vor dem ersten Entwurf, nicht am Umschalttag.

Die Alternative, die selten angeboten wird

Zwischen „alles bleibt" und „alles neu" liegt ein Weg, den kaum jemand vorschlägt, weil er weniger einbringt: die gezielte Überarbeitung.

Oft sind es drei bis fünf Eingriffe, die den Unterschied machen. Die Startseite so umschreiben, dass in fünf Sekunden klar ist, was angeboten wird und für wen. Die Telefonnummer sichtbar und antippbar machen. Die Ladezeit über Render-Blocker und Bildgrößen in den Griff bekommen. Rechtstexte erneuern lassen. Eine eigene Seite je Kernleistung ergänzen.

Das kostet einen Bruchteil und behält alles, was bereits funktioniert – Adressen, Positionen, Bekanntheit. Wenn danach immer noch nichts kommt, weißt du wenigstens, dass es nicht am Auftritt lag.

Frag deshalb bei jedem Angebot für einen Neubau nach: Was genau kann die bestehende Seite nicht, das die neue können soll? Wenn darauf keine konkrete Antwort kommt, ist es kein Neubau, sondern ein Verkauf.

Häufige Fragen

Gehen bei einem Relaunch meine Google-Platzierungen verloren?

Nur, wenn alte Adressen ersatzlos wegfallen. Werden bestehende URLs per 301-Weiterleitung auf die neuen Seiten geführt, überträgt Google die aufgebaute Bewertung in der Regel innerhalb weniger Wochen.

Kann ich meine Domain beim Relaunch behalten?

Ja, die Domain bleibt in aller Regel bestehen – vorausgesetzt, sie läuft auf deinen Namen und nicht auf den alten Anbieter. Das sollte vor jedem Wechsel geprüft werden.

Wie erkenne ich, ob mein Kontaktformular funktioniert?

Schicke selbst eine Testanfrage über das Formular und prüfe, ob sie ankommt – auch im Spam-Ordner. Das sollte einmal im Quartal wiederholt werden, weil Formulare durch Serverumstellungen oder abgelaufene Zugänge unbemerkt ausfallen können.

Wann lohnt sich ein Neubau wirklich?

Wenn die Seite etwas nicht kann, das sie können muss: Bedienbarkeit auf dem Telefon, funktionierendes Kontaktformular, aktualisierbares System, gültige Rechtstexte, Zugriff auf die eigenen Inhalte. Reiner Geschmack rechtfertigt selten einen kompletten Neubau.

Was verliere ich bei einem Neubau am ehesten?

Sichtbarkeit. Jede bekannte Adresse, die ersatzlos verschwindet, nimmt ihre Position mit. Lege vorher eine Liste aller Adressen an und richte je eine dauerhafte Weiterleitung mit einem einzigen Sprung ein.

Gibt es etwas zwischen behalten und neu bauen?

Ja, die gezielte Überarbeitung. Oft reichen drei bis fünf Eingriffe, und alles Funktionierende bleibt erhalten – Adressen, Positionen, Bekanntheit. Frage bei jedem Neubauangebot, was die alte Seite konkret nicht kann.

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